Verteilte faseroptische Sensoren (DFOS) sind fortgeschrittene Messsysteme, die die Lichtwellenleiter als kontinuierlichen Sensor zur Messung physikalischer Größen entlang seiner gesamten Länge nutzen. Sie sind besonders wertvoll in der zerstörungsfreien Prüfung und im Structural Health Monitoring.

Verteilte faseroptische Sensoren (DFOS) sind fortgeschrittene Messsysteme, die den Lichtwellenleiter als kontinuierlichen Sensor zur Messung physikalischer Größen entlang seiner gesamten Länge nutzen. Sie sind besonders wertvoll in der zerstörungsfreien Prüfung und im Structural Health Monitoring, weil sie kontinuierliche Messungen über lange Distanzen mit hoher räumlicher Auflösung ermöglichen und gegen elektromagnetische Störungen unempfindlich sind.

1. Dehnungs- und Spannungsüberwachung

DFOS-Sensoren messen Dehnung (Strain) entlang der gesamten Faserlänge. So lassen sich Spannungen und Formänderungen an Bauteilen wie Brücken, Betonträgern oder Verbundwerkstoffen verfolgen. Änderungen im Dehnungsprofil zeigen oft das Auftreten und die Entwicklung von Rissen, bevor sie visuell sichtbar werden.

Hauptvorteile:


2. Structural Health Monitoring (SHM)

DFOS-Technologie wird im Bauwesen breit zur langfristigen Zustandsüberwachung von Infrastruktur eingesetzt — Brücken, Staudämme, Tunnel, Pipelinesysteme. Sensoren liefern kontinuierliche Daten zu Dehnung und Temperatur, die bei der Bewertung von Integrität und Materialdegradation unter Betriebslast helfen.

Beispiele überwachter Elemente:


3. Temperaturmessung und -kompensation

Lichtwellenleiter können auch Temperaturprofile entlang des Sensors messen, was wichtig ist für:

Manche DFOS-Systeme kombinieren Temperatur- und Dehnungserfassung über verschiedene Streumechanismen (z. B. Raman, Brillouin).


4. Einbettung von Sensoren in Verbundwerkstoffe

In Verbundwerkstoffen (z. B. Luftfahrt, fortgeschrittene Konstruktionen) lassen sich DFOS-Sensoren direkt im Material einbetten. So können innere Spannungen, Aushärtungsverläufe, innere Schäden und strukturelle Änderungen ohne Beeinträchtigung der Materialintegrität überwacht werden.


5. Erfassung dynamischer Ereignisse und Vibrationen (DAS)

Manche DFOS-Systeme auf Basis Distributed Acoustic Sensing (DAS) erfassen dynamische Änderungen durch Vibrationen, akustische Signale oder mechanische Stöße. Solche Systeme ermöglichen:

DAS nutzt die Faser als entlang ihrer Länge verteilten akustischen Sensor.


6. Echtzeit-Überwachung und Frühwarnsysteme

DFOS liefert kontinuierliche Echtzeitdaten — ideal für die Betriebsüberwachung, wo:

Großer Vorteil gegenüber periodischen manuellen Messungen: kontinuierliches Sensing erhöht die Sicherheit und ermöglicht automatisierte Entscheidungsprozesse.


7. Fortgeschrittene aktive DFOS-Methoden

Neue Forschung entwickelt fortgeschrittene aktive DFOS-Methoden wie verteilte photoakustische Sensorik, die Ultraschall-Erzeugung und -Detektion entlang der Faser integriert. Diese Ansätze verbinden Vorteile der Ultraschall-ZfP mit verteiltem Sensing und ermöglichen dichtere Detektion innerer Defekte mit hoher räumlicher Auflösung.


Zusammenfassung — DFOS-Hauptmessgrößen

Größe Messtyp Rolle in der ZfP
Dehnung Brillouin/Rayleigh Detektion von Spannung und Strukturänderung
Temperatur Raman/Brillouin Trennung von Temperatureinflüssen
Dynamische Signale / Vibrationen DAS Vibrations- und Ereignisüberwachung

Fazit

DFOS sind eine sehr flexible und leistungsfähige Technologie für zerstörungsfreie Defektprüfung und Structural Health Monitoring. Sie bieten:

✔ kontinuierliche räumliche Messungen statt isolierter Punkte ✔ hohe Empfindlichkeit für Dehnung, Temperatur und dynamische Signale ✔ Überwachung langer Sensorstrecken (zehn bis hunderte km) ✔ Integration in Betriebssysteme für frühe Schadensdetektion und Warnung

Damit ist DFOS eine sehr passende Ergänzung — oder ein Ersatz — traditioneller ZfP-Methoden.